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Gibt es antidepressive Lebensmittel?

Ja, die gibt es, wie eine Studie aus Kanada herausfand, die im Welt-Journal für Psychiatrie 2018 erschien. Quelle: doi: 10.5498/wjp.v8.i3.97
Das Besondere an diese Studie ist, dass es sich um das erste Nähstoffprofilsystem handelt,
• das erstellt wurde, um Ernährungsempfehlungen für die psychische Gesundheit zu geben,
• damit sie von Ärzten, Forschern und Patienten gleichermaßen genutzt werden können.
• Es kann Klinikern dabei helfen, Patienten heute zu einer gesünderen Lebensmittelauswahl anzuleiten.
• Diese Liste von Lebensmitteln und Lebensmittelkategorien mit der höchsten Dichte der 12 antidepressiven Nährstoffe, die Antidepressiven Lebensmittel, sollte von Forschern bei der Konzeption künftiger Interventionsstudien
• und von Klinikern als Ernährungsoption zur Unterstützung der Prävention und Genesung von Depressionen in Betracht gezogen werden.
• In Anbetracht der Kosten, der Stigmatisierung und des Zugangs bieten Ernährungsinterventionen eine einzigartige Behandlungsmöglichkeit für psychisch Kranke.

Ziel dieser Studie war es, herauszufinden, welche Lebensmittel die höchste Nährstoffdichte aufweisen und welche Nährstoffe laut wissenschaftlicher Literatur eine Rolle bei der Vorbeugung und Förderung der Genesung von depressiven Störungen spielen.
Für die Einordnung der Ergebnisse ist wichtig zu wissen, dass folgende Prämissen für die Literaturrecherche galten:
• Die Datenbanken wurden nach folgenden Stoffen durchsucht: Arsen, Biotin, Bor, Calcium, Carotinoide, Cholin, Chrom, Kupfer, Ballaststoffe, Fluorid, Folsäure, Jod, langkettige Omega-3-Fettsäuren (Docosahexansäure und Eicosapentansäure), Magnesium, Mangan, Molybdän, Niacin, Nickel, Phosphor, Kalium, Pyridoxin, Riboflavin, Selen, Natrium, Silizium, Sulfate, Vanadium, Vitamin A, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K und Zink
• Es wurden 236 Lebensmittel erfasst, für die es Evidenz gibt. Das heißt, das nur solche Nährstoffe eingeschlossen wurden, die sich in Humanstudien als vorteilhaft für die Behandlung oder Vorbeugung von depressiven Störungen erwiesen haben.
• Es wurden tierische und pflanzliche Lebensmittel getrennt betrachtet.
• Die Daten wurden für je eine 100 g Portion pro Lebensmittel in roher Form erfasst.
• Es wurden nur ganze, unverarbeitete Lebensmittel ohne Natrium- und Fettzusatz bewertet.
• Es wurden nicht englischsprachige Artikel, Übersichtsartikel und Meinungsartikel ausgeschlossen
• Bestimmte Nährstoffe wie langkettige Omega-3-Fettsäuren, Vitamin B12 und Häm-Eisen kommen nur in tierischen Lebensmitteln wie Meeresfrüchten, Fleisch, Eiern und Milchprodukten vor. In der Literatur, die die Autoren ausgewertet haben, kamen diese Stoffe in der Regel nicht vor. Deshalb fehlen Angaben dazu in der Studie.
• Es wurden keine zu vermeidenden Nahrungsbestandteile wie gesättigte Fette, Cholesterin und Natrium berücksichtigt. (Die Autoren räumen aber ein: „Darüber hinaus wird die Schädlichkeit und der potenzielle Nutzen von Nährstoffen wie gesättigten Fettsäuren, Cholesterin und Natrium für die körperliche und geistige Gesundheit auf der Grundlage neuerer Forschungsergebnisse in Frage gestellt, und Cholesterin gilt nach den jüngsten Ernährungsrichtlinien für Amerikaner nicht mehr als bedenklicher Nährstoff“)

Zwölf antidepressive Nährstoffe beziehen sich auf die Vorbeugung und Behandlung von depressiven Störungen: Folat, Eisen, langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), Magnesium, Kalium, Selen, Thiamin, Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C und Zink. Bei den tierischen Lebensmitteln erhielten Muscheln wie Austern und Miesmuscheln, verschiedene Meeresfrüchte und Organfleisch die höchste Punktzahl. Die besten pflanzlichen Lebensmittel waren Blattgemüse, Kopfsalat, Paprika und Kreuzblütler.

Hier die Rangliste einzelner Lebensmittel:
Tierische Produkte Pflanzliche Produkte
Austern Brunnenkresse
Leber und Organfleisch (Milz, Nieren, Herz) Spinat
Geflügelinnereien Senf, Rüben oder Rübengrün
Muscheln Kopfsalat (rot, grün, Römersalat)
Oktopus Mangold
Krabben Frische Kräuter (Koriander, Basilikum, Petersilie)
Ziege Zichoriengemüse (Chicorée, Radiccio)
Thunfisch Wassermelone
Stint Paprika
Fischrogen Grünkohl, Kohl
Blaufisch Kürbis
Wolfsbarsch Löwenzahngrün
Seelachs Blumenkohl
Hummer Kohlrabi
Regenbogenforelle Rotkohl
Schnecken Brokkoli
Fleckfisch Rosenkohl
Lachs Acerola
Hering Butternusskürbis
Emu Papaya
Schnapper Zitrone
Erdbeere

Hier die Rangliste antidepressiver Lebensmittel-Kategorien:
• Gemüse
• Organfleisch
• Obst
• Meeresfrüchte
• Hülsenfrüchte
• Fleisch
• Körner
• Nüsse und Samen
• Molkereiprodukte

Die Studienautoren heben hervor, dass die viele der oben genannten Lebensmittel im Rahmen der westlichen Ernährungsweise nicht häufig verzehrt werden, aber in den traditionellen Ernährungsweisen, wie z.B. dem Mittelmeer Ernährungsmuster. Die Belege für einen Zusammenhang zwischen Ernährungsmustern und depressiven Störungen sprechen für den Verzehr einer auf Vollwertkost basierenden traditionellen Ernährung im Gegensatz zu einem westlichen Ernährungsmuster, um Depressionen vorzubeugen und deren Genesung zu fördern.
Ein weiterer Vorteil der traditionellen Ernährungsweise mit Lebensmitteln hoher Nährstoffdichte ist, dass der täglichen Nährstoffbedarf gedeckt werden kann, ohne übermäßig viele Kalorien aufzunehmen, was nicht nur für die psychische Gesundheit von Vorteil sein kann.
Die Nahrungstrends gegen in Richtung pflanzenbasierter Kost, deshalb muss man die höheren Raten von B-Vitaminmangel in vegetarischen und veganen Bevölkerungsgruppen berücksichtigen. So gibt es neuere Studien, in denen bei vegetarisch lebenden Männern höhere Raten depressiver Symptome festgestellt wurden. In der Studie wird herausgearbeitet, dass trotzdem die Mehrheit der Essen tierische Produkte verzehrt. Es gibt aber große Unterschiede zwischen hochverarbeiteten Fleisch- und Wurstprodukten aus der Massentierhaltung und den in der Studie genannten tierischen Lebensmitteln. „Der Verzehr von tierischen Produkten wie Meeresfrüchten, Organfleisch und kleinen Mengen anderer traditionell gezüchteter, minimal verarbeiteter Fleischsorten ist ein wichtiger Bestandteil einer gesunden Ernährung bei Depressionen.“

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ein auf die psychische Gesundheit ausgerichtetes Nährstoffprofilsystem eine Rangfolge von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln nach der Nährstoffdichte der 12 Nährstoffe ergab, die durch aktuelle Erkenntnisse unterstützt werden: Folat, Eisen, langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA), Magnesium, Kalium, Selen, Thiamin (Vitamin B1), Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C und Zink. Evidenzbasierte Ernährungsempfehlungen sind entscheidend für den Einsatz der Ernährungspsychiatrie in der klinischen Praxis. In Anbetracht der Kosten, der Stigmatisierung und des Zugangs bieten Ernährungsinterventionen eine einzigartige Behandlungsmöglichkeit für psychisch Kranke.

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Antidepressive Lebensmittel: Ein evidenzbasiertes System zur Erstellung von Nährstoffprofilen bei Depressionen

Zusammenfassung
ZIEL
Es sollte untersucht werden, welche Lebensmittel die nährstoffreichsten Quellen für Nährstoffe sind, deren Bedeutung für die Vorbeugung und Förderung der Genesung bei depressiven Störungen in der wissenschaftlichen Literatur nachgewiesen ist.
METHODEN
Es wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt, um aus den 34 Nährstoffen, von denen bekannt ist, dass sie für den Menschen essentiell sind, anhand von Evidenzkriterien eine Liste von antidepressiven Nährstoffen zu erstellen. Für eine Untergruppe von Lebensmitteln mit einem hohen Gehalt an mindestens einem antidepressiven Nährstoff wurden mithilfe einer USDA-Datenbank Nährwertangaben extrahiert. Diese Lebensmittel wurden auf ihre antidepressive Nährstoffdichte hin analysiert, was zu einem Antidepressiva-Nahrungsmittelscore (AFS) führte. Pflanzliche und tierische Lebensmittel wurden getrennt analysiert.
ERGEBNISSE
Zwölf antidepressive Nährstoffe beziehen sich auf die Vorbeugung und Behandlung von depressiven Störungen: Folat, Eisen, langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA und DHA), Magnesium, Kalium, Selen, Thiamin, Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C und Zink. Bei den tierischen Lebensmitteln erhielten Muscheln wie Austern und Miesmuscheln, verschiedene Meeresfrüchte und Organfleisch die höchste Punktzahl. Die besten pflanzlichen Lebensmittel waren Blattgemüse, Kopfsalat, Paprika und Kreuzblütler.
SCHLUSSFOLGERUNG
Der AFS basiert auf einem System zur Erstellung von Nährstoffprofilen, das entwickelt wurde, um Lebensmittel mit der höchsten Nährstoffdichte von Nährstoffen zu identifizieren, deren Rolle bei depressiven Störungen klinisch belegt ist. Diese Liste von Lebensmitteln und Lebensmittelkategorien mit der höchsten Dichte der 12 antidepressiven Nährstoffe, die Antidepressive Foods, sollte von Forschern bei der Konzeption künftiger Interventionsstudien und von Klinikern als Ernährungsoption zur Unterstützung der Prävention und Genesung von depressiven Störungen in Betracht gezogen werden.
Schlüsselwörter: Depressive Störung, Psychische Störungen, Ernährung, Ernährungstherapie, Lebensmittel

Kernaussage: Der Antidepressivum Food Score wurde entwickelt, um die nährstoffreichsten Lebensmittel zu ermitteln, die zur Vorbeugung und Förderung der Genesung von depressiven Störungen und Symptomen geeignet sind. Die Ergebnisse können als Grundlage für künftige Forschungsstudien oder klinische Ernährungsempfehlungen verwendet werden. Dieses Instrument basiert auf einer systematischen Literaturauswertung, einer evidenzbasierten Liste von antidepressiven Nährstoffen und einer Berechnung der Nährstoffdichte. Die tierischen Lebensmittel mit der höchsten Punktzahl waren Muscheln wie Austern und Muscheln, verschiedene Meeresfrüchte und Organfleisch. Zu den pflanzlichen Lebensmitteln mit der höchsten Punktzahl gehörten Blattgemüse, Kopfsalat, Paprika und Kreuzblütlergemüse. Diese Lebensmittel können in jedes Ernährungsschema integriert werden.

EINLEITUNG
Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet, behindernd, kostenintensiv und werden unzureichend behandelt. Bei den 15- bis 44-Jährigen sind depressive Störungen weltweit die häufigste Ursache für Behinderungen [1]. Die Verbesserung des öffentlichen Bewusstseins und die Ausweitung der Behandlungsmöglichkeiten für psychiatrische Erkrankungen sind für die öffentliche Gesundheit von entscheidender Bedeutung. Eine wachsende Zahl von Belegen, darunter die erste randomisierte kontrollierte Studie [2], deutet darauf hin, dass das Ernährungsverhalten und die Wahl der Lebensmittel eine Rolle bei der Behandlung und Vorbeugung von Gehirnerkrankungen, insbesondere Depressionen, spielen können. In diesem Jahr wurden die ersten Ernährungsrichtlinien zur Prävention von Depressionen veröffentlicht. Darin wird empfohlen, ein traditionelles Ernährungsmuster wie die Mittelmeerdiät zu befolgen, ausreichende Mengen an Omega-3-Fettsäuren zu verzehren und verarbeitete Lebensmittel zu meiden, die z. B. viele raffinierte Kohlenhydrate oder Zucker enthalten [3]. Darüber hinaus hat ein internationales Konsortium von Psychiatrie- und Ernährungsforschern kürzlich empfohlen, die „Ernährungspsychiatrie“ zu einem Routinebestandteil der klinischen Praxis im Bereich der psychischen Gesundheit zu machen [4].

Eine Reihe von Nährstoffen wird mit der Pathophysiologie der Depression in Verbindung gebracht, z. B. die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, B-Vitamine, Zink, Magnesium und Vitamin D [5,6]. Ein Mangel an diesen Nährstoffen kann depressive Symptome verursachen und wird in Form von Nahrungsergänzungsmitteln in der klinischen Behandlung eingesetzt [7-9]. Die neuere Literatur zum Thema Ernährung und Psychiatrie hat sich von der Untersuchung einzelner Nährstoffe auf die Bewertung von allgemeinen Ernährungsmustern verlagert. In prospektiven epidemiologischen Studien wurde wiederholt festgestellt, dass „traditionelle“ oder „Vollwert“-Ernährungsmuster signifikant mit einer geringeren Prävalenz und Inzidenz depressiver Störungen oder Symptome korreliert sind. Ein westliches Ernährungsverhalten wurde mit einem erhöhten relativen Risiko für Depressionen in Verbindung gebracht [4,10-12]. In der SUN-Kohortenstudie wurden 10094 Universitätsstudenten vier Jahre lang beobachtet, und es zeigte sich, dass diejenigen, die sich am stärksten nach dem mediterranen Ernährungsmuster (MDP) ernährten, ein um mehr als 30 % verringertes Risiko aufwiesen, während des Studienzeitraums an einer Depression zu erkranken, verglichen mit Teilnehmern, die sich am wenigsten nach dem mediterranen Ernährungsmuster ernährten [13]. Studien über traditionelle Ernährungsweisen in Japan, Norwegen und China kamen zu ähnlichen Ergebnissen [14-16]. Eine von Opie et al. [17] durchgeführte systematische Überprüfung und Metaanalyse von Vollwertkost-Interventionen zur Behandlung von Depressionen und Angstsymptomen ergab, dass die Heterogenität der Studien eine Analyse nicht zulässt. In den 47 % der Studien, in denen eine positive Wirkung einer Ernährungsintervention festgestellt wurde, wurde jedoch häufig empfohlen, den Verzehr von Obst, Gemüse, Ballaststoffen und Fisch zu erhöhen [17]. Eine Ernährungsberatung, die als aktive Kontrolle in einer Studie zur problemorientierten Therapie zur Vorbeugung von Depressionen bei 122 älteren Erwachsenen mit sub-syndromalen depressiven Symptomen eingesetzt wurde, führte bei den Teilnehmern, die über einen Zeitraum von 6-12 Wochen 5,5 Stunden Ernährungsberatung erhielten, nach zwei Jahren zu einer signifikanten und anhaltenden Verringerung der Werte des Beck Depression Inventory um 40 % [18]. Die SMILES-Studie (Supporting the Modification of Lifestyle in Lowered Emotional States), die erste randomisierte, kontrollierte Studie über eine Ernährungsintervention zur Behandlung einer schweren depressiven Störung, ergab, dass die Verschreibung einer modifizierten mediterranen Diät als Zusatzbehandlung im Vergleich zu Placebo in 31 % der Fälle zu einer Remission führte und die Zahl der zu behandelnden Patienten 4,1 betrug [19].

Die Gesundheit des Gehirns und psychische Erkrankungen werden durch die Ernährung über verschiedene Mechanismen beeinflusst. Eine ausführliche Erörterung würde den Rahmen des vorliegenden Papiers sprengen, doch möchten wir hier einige relevante Mechanismen hervorheben. Nährstoffe wie die langkettigen Omega-3-Fettsäuren, Zink, Magnesium und eine Reihe von Phytonährstoffen fördern die Expression des Brain Derived Neurotropic Factor (BDNF) und beeinflussen so die Neuroplastizität [20]. Darüber hinaus ist die Ernährung eine veränderbare Determinante der systemischen Entzündung, die nach der neuroinflammatorischen Hypothese dieser Erkrankung als eine der Hauptursachen und Folgen von Depressionen beschrieben wurde [21]. Schließlich deutet die sich abzeichnende Rolle der Darmflora (d. h. des Mikrobioms) als möglicher Schlüsselakteur bei der Regulierung von Stimmung, Kognition und Angst darauf hin, dass wir erst am Anfang der Entdeckung des Potenzials von Lebensmitteln als Medizin stehen [22]. Ballaststoffe sind Präbiotika, und ihr Verzehr kann die Zusammensetzung der Mikrobiota verändern [22].

Die Verschreibung eines Ernährungsmusters, das einer Person fremd ist, birgt einige Herausforderungen in sich. Ein japanischer Ernährungsplan oder ein MDP ist für viele Patienten nicht praktikabel oder schmackhaft. Stattdessen könnte eine Einstufung von Lebensmitteln und die Hervorhebung von Lebensmittelkategorien mit einer hohen Dichte an Nährstoffen, die sich nachweislich positiv auf Depressionen auswirken, zu spezifischen Lebensmittelempfehlungen führen, die in ein Vollwert-Ernährungsmuster nach Wahl des Patienten integriert werden können [3]. Für die Zwecke der vorliegenden Arbeit wird die Nährstoffdichte als das Verhältnis zwischen dem Nährstoffwert eines Lebensmittels und seinem Kaloriengehalt definiert.

Eine Überprüfung von 23 bestehenden Nährwertprofilen ergab, dass sie auf die Verbesserung einer Reihe von Gesundheitszielen ausgerichtet sind. Zwar gibt es derzeit viele Nährstoffprofilskalen, die von Regierungsbehörden, Forschern und der Lebensmittelindustrie erstellt wurden, doch keine davon konzentriert sich auf psychische Störungen oder die Gesundheit des Gehirns [23]. Darüber hinaus basiert keine Skala auf Nährstoffen, deren Bedeutung für die Vorbeugung und Heilung von psychiatrischen Störungen in der wissenschaftlichen Literatur belegt ist. Ziel dieser Studie ist es, festzustellen, welche Lebensmittel die nährstoffreichsten Quellen von Nährstoffen sind, deren Bedeutung für die Vorbeugung und Genesung von depressiven Störungen durch in der aktuellen wissenschaftlichen Literatur veröffentlichte Humanstudien belegt ist.

MATERIALIEN UND METHODEN
Auf der Grundlage der Dietary Reference Intakes des Institute of Medicine [24] wurde eine Liste von 34 für den Menschen essenziellen Nährstoffen zusammengestellt. Ein Bibliothekar der Columbia University wurde konsultiert, um eine systematische Suchstrategie zu entwickeln, mit der eine evidenzbasierte Liste antidepressiver Nährstoffe weiter verfeinert werden sollte. Im Februar 2017 wurden computergestützte Recherchen in OVID Medline, Embase und Embase Classic bis zurück ins Jahr 1946 mit den Suchbegriffen „Depressive Disorder, Major (MeSH)“ und „Depression (MeSH)“ in Kombination mit den folgenden Nährstoffen durchgeführt: Arsen, Biotin, Bor, Calcium, Carotinoide, Cholin, Chrom, Kupfer, Ballaststoffe, Fluorid, Folsäure, Jod, langkettige Omega-3-Fettsäuren (Docosahexansäure und Eicosapentansäure), Magnesium, Mangan, Molybdän, Niacin, Nickel, Phosphor, Kalium, Pyridoxin, Riboflavin, Selen, Natrium, Silizium, Sulfate, Vanadium, Vitamin A, Vitamin B12, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K und Zink. Die Suchbegriffe wurden an die verschiedenen Datenbanken angepasst. Die Titel und Zusammenfassungen wurden von beiden Autoren der Studie gelesen, um festzustellen, ob die gefundenen Arbeiten gemäß den folgenden Einschlusskriterien für das untersuchte Thema relevant waren: Beobachtungsstudien oder experimentelle Studien zu einem essenziellen Nährstoff für die Behandlung oder Vorbeugung von depressiven Störungen oder Symptomen (unipolar) beim Menschen. Zu den Ausschlusskriterien gehörten nicht englischsprachige Artikel, Übersichtsartikel und Meinungsartikel. Anschließend wurden die relevanten Artikel Nährstoff für Nährstoff einer Volltextprüfung und Datenextraktion durch beide Studienautoren unterzogen. Die Studienergebnisse wurden als positiv, negativ oder zweideutig in Bezug auf die Vorbeugung oder Heilung von depressiven Störungen kodiert. Unstimmigkeiten wurden von beiden Autoren im Konsens geklärt.

Statistische Auswertung
Es wurde ein System zur Einstufung des Evidenzgrads für jeden potenziellen antidepressiven Nährstoff entwickelt, das auf den Kriterien für den Evidenzgrad basiert, die in verschiedenen klinischen Praxisleitlinien in der Psychiatrie verwendet werden [25]. Der Evidenzgrad wurde sowohl für Beobachtungs- als auch für experimentelle Humanstudien für jeden in Betracht gezogenen Nährstoff anhand der folgenden Leitlinien (siehe Tabelle 1.1) ermittelt. Nährstoffe wurden in die Liste der antidepressiven Nährstoffe aufgenommen, wenn sie eine kombinierte Punktzahl von weniger als oder gleich 5 aufwiesen. Magnesium erhielt beispielsweise eine Gesamtpunktzahl von 4. Es gab eine positive RCT und eine positive prospektive Kohortenstudie, beide mit ausreichender Stichprobengröße, was zu einer Evidenzstufe von 2 sowohl für experimentelle als auch für Beobachtungsstudien führte.

Tabelle 1
Stufen der Evidenz
Evidenzstufen: Beobachtungsstudien Evidenzstufen: Experimentelle Studien
1. Mindestens 2 prospektive Kohortenstudien mit angemessenem Stichprobenumfang und/oder Meta-Analyse mit engen Konfidenzintervallen 1. Mindestens 2 RCTs mit angemessenem Stichprobenumfang, vorzugsweise placebokontrolliert, und/oder Meta-Analyse mit engen Konfidenzintervallen
2. Mindestens 1 prospektive Kohortenstudie mit angemessenem Stichprobenumfang und/oder Meta-Analyse mit breiten Konfidenzintervallen 2. Mindestens 1 RCT mit angemessener Stichprobengröße und/oder Meta-Analyse mit breiten Konfidenzintervallen
3. Querschnitts- oder Fallkontrollstudien 3. Nicht-randomisierte, kontrollierte prospektive Studien (Open-Label) oder hochwertige retrospektive Studien (d. h. Fallserien)
4. Expertenmeinung/Konsens 4. Expertenmeinung/Konsens
5. Beweise sind nicht eindeutig/unverfügbar 5. Beweise sind unklar/unverfügbar

Im Juli 2017 wurden auf der Grundlage der Nährstoffdatenbank des USDA [26] Listen mit den 20 wichtigsten pflanzlichen und tierischen Vollwertnahrungsquellen für jeden Antidepressivum-Nährstoff erstellt. Nachdem Duplikate entfernt wurden, umfasste diese vorläufige Liste 213 Lebensmittel. Weitere 23 allgemein empfohlene gesunde Lebensmittel wie Vollkorn, Blaubeeren und Joghurt wurden zu dieser Liste hinzugefügt, um ihren AFS zu bewerten.

Für jedes der 236 Lebensmittel wurde der Nährstoffgehalt für jeden antidepressiven Nährstoff in der Datenbank erfasst. Der Nährstoffgehalt wurde als prozentualer Tageswert angegeben. Wenn keine prozentualen Tageswerte verfügbar waren, wie z. B. für langkettige Omega-3-Fettsäuren, wurde die absolute Nährstoffmenge pro 100 g Rohkostportion ermittelt. Dieser wurde dann später in einen prozentualen Tageswert umgerechnet. Bei den langkettigen Omega-3-Fettsäuren stützten wir uns bei dieser Berechnung auf eine empfohlene Tagesdosis von 1000 mg langkettiger Omega-3-Fettsäuren (EPA + DHA), die auf einer Überprüfung der verfügbaren Leitlinien beruht [27].

Die Daten wurden für eine 100-g-Portion jedes Lebensmittels in roher Form erhoben. Dies geschah, weil verschiedene Zubereitungsmethoden den Nährstoffgehalt, die Bioverfügbarkeit der Nährstoffe und den Wassergehalt der Lebensmittel verändern können. Außerdem unterscheiden sich die Nährstoffe in Bezug auf Bioverfügbarkeit und Form zwischen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln erheblich. So kommt beispielsweise Häm-Eisen nur in tierischen Lebensmitteln vor, und langkettige Omega-3-Fettsäuren sind – mit Ausnahme bestimmter Meeresgemüse – nicht in pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Die Trennung von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln diente auch dazu, die Heterogenität der Bioverfügbarkeit und des Nährstoffgehalts in den verschiedenen Lebensmitteln zu minimieren.

Die durchschnittliche Antidepressivum-Nährstoffdichte wurde für jedes in unserer Liste enthaltene Lebensmittel berechnet. Daraus ergab sich ein Nährstoffdichtewert, der in Prozent ausgedrückt wurde. Der prozentuale Tageswert für jeden Nährstoff wurde auf 100 % begrenzt, damit ein einzelner Nährstoff den AFS nicht zu stark beeinflusst. Unsere Methoden wurden von einer kürzlich durchgeführten Studie zur Erstellung von Nährstoffprofilen von „Powerhouse“-Obst und -Gemüse übernommen [28]. Zur Berechnung des Antidepressivum-Nahrungsmittelscores wurde die folgende Formel verwendet: [(Σ % Tageswert pro Antidepressivum-Nährstoff / 12 ) / Kalorien pro 100 g Portion ] × 100.

ERGEBNISSE
Literaturübersicht
Unsere ersten Recherchen ergaben 1628 Ergebnisse, und das Screening nach Titel und Zusammenfassung ergab 213 relevante Ergebnisse, die für eine Volltextprüfung in Frage kamen. Die folgenden 12 Nährstoffe erfüllten die Kriterien der Evidenzstufe und wurden als antidepressive Nährstoffe eingestuft: Folat, Eisen, langkettige Omega-3-Fettsäuren (EPA, DHA), Magnesium, Kalium, Selen, Thiamin, Vitamin A, Vitamin B6, Vitamin B12, Vitamin C und Zink.

Antidepressiv wirkende Lebensmittel
Die besten antidepressiven Lebensmittel auf der Grundlage des AFS sind in Tabelle 2.2 aufgeführt. Die Lebensmittel wurden in Kategorien eingeteilt und in Tabelle 3.3 in eine Rangfolge gebracht. Die Einteilung der Lebensmittel in Kategorien erleichtert die Umsetzung der Ergebnisse, da sie dem Forscher oder Kliniker mehr Flexibilität bietet [29]. Die vollständige Liste der analysierten Lebensmittel, der Gehalt an antidepressiven Nährstoffen pro 100 g Portion, die AFS und der Evidenzgrad pro Nährstoff sind in den ergänzenden Materialien aufgeführt. Die Autoren schlossen die folgenden 6 Lebensmittel von der Analyse aus, da für mehr als zwei Nährstoffe keine Daten verfügbar waren: Walleber, Karibuleber, Schwarzfisch, Wildschwein, Antilope und Longan.

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